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Tätigkeitsbericht

Zusammenfassung
Projektentwicklung Januar 2001 bis Juni 2006

Tätigkeitsbericht 2010 des Vereins punktacht

Liebe Mitglieder
Der Rückblick auf das Vereinsjahr 2010 beinhaltet nebst Erfreulichem auch einige aufregende Überraschungen. Gefordert waren in diesem Jahr vor allem Flexibilität, Veränderungsbereitschaft und grosser Einsatz der stellvertretenden Geschäftsführerin der Sehende Hände GmbH Elvira Benz wie auch der Praxisleiterin Susanne Schmid. Ihnen gebührt an dieser Stelle ganz besonderen Dank. Gelang es ihnen doch, eine infolge Krankheit und Kündigungen hervorgerufene kritische Projektphase zu überwinden, sodass die Zukunft der Praxis für medizinische Massage weiterhin als intakt beurteilt werden kann.

Nach der hohen personellen Fluktuation des Jahres 2010 und der gleichzeitig unklaren Entwicklung bezüglich stellensuchender sehbehinderter und blinder Masseure und Masseurinnen auf dem Arbeitsmarkt, musste in der zweiten Jahreshälfte prioritär an der Stabilisierung der Sehende Hände GmbH gearbeitet werden.

Das mit der Anstellung von 5 sehbehinderten und blinden medizinischen MasseurInnen im Jahre 2007 gestartete Projekt Sehende Hände, welches anfangs 2010 schliesslich 8 Masseurinnen und Masseuren einen Arbeitsplatz anbieten konnte, steht nach wie vor in einem Entwicklungsprozess: Die Praxis muss sich einerseits auf die Bedürfnisse der aktuell Stellensuchenden blinden und sehbehinderten MasseurInnen einstellen, aber ebenso den Ansprüchen der zum Glück zahlreich bestehenden wie auch neuen Kunden gerecht werden können.

Dank finanzieller Unterstützung der Sektion Zürich des SBV konnte im ersten Halbjahr die Förderung eines sehbehinderten Mitarbeiters zwecks Übernahme zusätzlicher Aufgaben und somit Aufstockung des Arbeitspensums erfolgreich ab-geschlossen werden.

Auch dieses Jahr durften wir wiederum für den sehbehindertenbedingten Mehraufwand einige Geldspenden entgegennehmen.
Wir danken allen Spendern herzlich für ihre finanzielle Unterstützung.

Der Vorstand und seine Aufgaben:
Der Vorstand traf sich im Jahr 2010 für insgesamt 7 Vorstandssitzungen sowie den gemäss Leistungsvereinbarung erforderlichen Besprechungen mit der Geschäftsführung der Sehende Hände GmbH. Während den Vorstandssitzungen und den weiteren Besprechungen wurden Informationen über die Vereinsgeschäfte ausgetauscht sowie spezielle Vorkommnisse und notwendige Konzeptanpassungen behandelt und verabschiedet.

Durch die Kontaktperson des Vorstandes zu Sehende Hände sowie der guten Zusammenarbeit mit der stellvertretenden Geschäftsführerin der Massagepraxis war ein optimaler Einblick ins Geschehen des Praxisbetriebs gewährleistet. Zwei Vorstandsmitglieder führten bei Sehende Hände eine Sensibilisierung für neue Mitarbeitende im Bereich Empfang und Assistenzleistungen durch. Auch kamen die Vorstandsmitglieder in den Genuss von Probemassagen bei StellenbewerberInnen.

Um die Finanzierung und somit die Arbeitsmöglichkeit für sehbehinderte und blinde Masseure zu sichern, ist die Sehende Hände GmbH weiterhin auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Wir freuen uns daher sehr, dass sich für die Jahre 2012 bis 2016 der Schweiz. Blinden- und Sehbehindertenverband für die Abdeckung der behindertenbedingten Mehrkosten von insgesamt Fr. 160 000 bereiterklärt hat. Dafür bedanken wir uns schon jetzt ganz herzlich.

Von Herzen danken wir aber auch allen, die uns in diesem Jahr in einer für sie möglichen Form unterstützt haben und hoffen auf eine gute Weiterentwicklung der Praxis für medizinische Massage Sehende Hände.

Winterthur, 10. April 2010
Die Präsidentin: Anita Häni

Tätigkeitsbericht 2009 des Vereins punktacht

Liebe Mitglieder
Da die Tätigkeit des Vereins punktacht im Wesentlichen vom Erfolg der Praxis Sehende Hände bestimmt wird, soll hier zuerst auf die Entwicklung dieser eingegangen werden. Sehende Hände, die Massagepraxis in Winterthur kann drei Jahre nach seiner Eröffnung als erfolgreiches Projekt bezeichnet werden. Dies zeigt sich deutlich bei der zunehmenden Anzahl Behandlungen in diesem Jahr. Im Februar konnte der 1000. Neukunde begrüsst werden, und waren es im Jahre 2007 noch 170 Stammkunden, so gehörten ende 2009 bereits 230 dazu. Wir als Gründungsverein freuen uns über die Würdigung der Massagepraxis durch die Verleihung des «This-Priis 2009», einem Preis, welcher jährlich einer Firma, die behinderte Menschen beruflich integriert, zugute kommt.

Vor drei Jahren hat der Verein punktacht die Praxisräumlichkeiten in Winterthur gefunden und dank grosszügiger Spenden umgebaut, sodass den sehbehinderten Masseurinnen und Masseuren eine ideale Arbeitsumgebung zur Verfügung gestellt werden konnte, die auch ausgesprochen kundenfreundlich ist. Gestartet wurde der Betrieb Sehende Hände mit fünf sehbehinderten- und blinden medizinischen Masseurinnen und Masseuren mit einem Arbeitspensum von 20%. Inzwischen konnte das Team auf acht Masseurinnen und Masseure mit einem Arbeitspensum bis zu 60% vergrössert werden. Das medizinische Personal wird durch die Praxisleitung Susanne Schmid und zwei weitere sehende Asistentinnen in Teilzeit im administrativen und behindertenbedingten Zusatzaufwand unterstützt. Diese Struktur hat sich im Jahr 2009 bewährt und zeigte sich für einen erfolgreichen Betrieb als unumgänglich. Um diesen auch betriebswirtschaftlich zu optimieren, bemühten sich alle Mitarbeitenden mit viel persönlichem Engagement.

Der Vorstand und seine Aufgaben: Der Vorstand traf sich im Jahr 2009 für insgesamt 11 Vorstandssitzungen sowie den gemäss Leistungsvereinbarung vierteljährlichen Besprechungen mit der Geschäftsführung der Sehende Hände GmbH. Während den Vorstandssitzungen und den vierteljährlichen Besprechungen wurden Informationen über spezielle Vorkommnisse in der Massagepraxis Sehende Hände, sowie Fortschritte bei Aufgaben des Vereins punktacht ausgetauscht.

In den Quartalsbesprechungen zeigte sich, dass wir uns eingehender mit den Strukturen der Massagepraxis befassen mussten, daher organisierten wir im Sommer 2009 eine ganztägige Retraite zusammen mit der Geschäftsleitung der Sehende Hände GmbH, mit den inhaltlichen Schwerpunkten: Überprüfung des Betriebsmodells, Festlegung der Praxisphilosophie und Positionierung im Markt. Die daraus resultierenden Beschlüsse wie weiterer Ausbau des Betriebskonzepts ohne Schaffung neuer Arbeitsstelllen, stärkere Einbindung sehbehinderter TherapeutInnen in die Praxisorganisation, Berücksichtigung der Kundenwünsche bezüglich Qualität, Kontinuität und Öffnungszeiten wurden umgesetzt. Auch zukünftige mögliche Modellle für die Finanzierung des behindertenbedingten Mehraufwandes wurden angesprochen.

Im November konnte der Verein der «sehende Hände GmbH» für den Praxisbetrieb den, für das Projekt «Mitarbeiterförderung» noch fehlenden, von der Sektion Zürich des SBV gespendeten Betrag, überweisen.

Die durch die Strukturen anfallenden Zusatzkosten für den behindertenbedingten Mehraufwand müssen nach wie vor durch Spenden gedeckt werden, die der Verein punktacht organisieren muss. In diesem Zusammenhang haben wir uns in einem ersten Schritt bei früheren Spendern herzlichst bedankt und sie über den Projektverlauf ausführlich informiert.

Da sich die Finanzierung des behindertenbedingten Zusatzaufwandes auch zukünftig nicht aus dem Massagebetrieb sicherstellen lässt, ist der Verein punktacht gefordert, auch für die nächste Zeit finanzielle Mittel zu beschaffen, sowie mit Unterstützung der Projektbegleiterin nach einer Dauerlösung für die Abdeckung dieses Bedarfs zu suchen.

Wir danken allen, die uns bisher in unseren Bemühungen unterstützt haben und hoffen weiterhin auf gute Fortschritte des Projektes Sehende Hände.

Die Präsidentin: Anita Häni
Winterthur, 20.4.2010

Projektentwicklung Januar 2001 bis Juni 2006

Hintergrund der Initiative

Im Jahr 2001 und 2002 haben sich VertreterInnen sämtlicher Organisationen des Sehbehindertenwesens im Raum Zürich sporadisch getroffen, um sich gemeinsam mit dem Problem auseinanderzusetzen, dass aus verschiedenen Gründen immer mehr sehbehinderte und blinde Menschen Mühe bekunden, einen Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft zu finden oder diesen zu behalten. Abklärungen dieser Arbeitsgruppe haben ergeben, dass das bestehende Alternativ-Angebot an Arbeitsmöglichkeiten den Bedürfnissen von blinden und sehbehinderten Menschen nicht gerecht wird. Die Arbeitsgruppe hat daraus geschlossen, dass ein neues spezifisches Angebot im Raum Zürich nötig ist.

Aus dieser Arbeitsgruppe heraus bildete sich eine sogenannte Initiativgruppe mit dem Auftrag, nach Möglichkeiten zu suchen, wie dieses Anliegen realisiert werden kann. Diese Initiativgruppe bestand zu diesem Zeitpunkt aus Anita Häni, Margrit Staub, Susanne Dütsch und Monika Leemann. Diese Personen leisteten ihre Mitarbeit in dieser Gruppe als Privatpersonen also nicht im Auftrag ihrer Arbeitgeber im Sehbehindertenwesen.

Vorprojektphase 2003 – März 2005

Im Frühjahr 2003 wurde es Dank einer namhaften Spende der Genossenschaft Blinden-Leuchtturm Zürich möglich, im Rahmen eines Vorprojektes eine Fachperson mit der Durchführung einer breit abgestützten Situationsanalyse sowie der Entwicklung von Vorschlägen für Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten im Raum Zürich, zu beauftragen. Im Rahmen dieser Bedürfnisabklärung wurden zur Problemerfassung von Juni – September 2003 einerseits 13 wichtige Personen aus Verbänden und Institutionen, sogenannte Schlüsselpersonen, befragt. Andererseits wurden 64 berufs- und nichtberufstätige Personen im IV-Alter sowie Jugendliche vor Berufseintritt in den Schulen für Sehbehinderte und blinde in Zürich, Zollikofen und Bar befragt. Am 15. November 2003 fand eine Tagung statt, zu welcher alle Personen, die an der Befragung teilgenommen haben sowie andere am Vorhaben Interessierte, eingeladen wurden. Es nahmen an der Tagung rund 50 Personen teil. An dieser Tagung wurden die Resultate aus der Befragung präsentiert und mit den TagungsteilnehmerInnen diskutiert. Die Resultate der Umfrage wiesen deutlich daraufhin, dass grundsätzlich Handlungsbedarf und dieser vor allem im Bereich der bezahlten Arbeit bestand. Aufgrund der von der Initiativgruppe präsentierten Resultate entwickelten die TagungsteilnehmerInnen in Begleitung der Projektleiterin Frau L. Isenegger im Rahmen von Arbeitsgruppen erste Vorschläge für Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse, Diskussionen und Vorgesprächen mit diversen Fachpersonen hat sich die Initiativgruppe mit der Idee auseinandergesetzt, zusammen mit Betroffenen ein «Dienstleistungszentrum», so lautete damals der Arbeitstitel des Projekts, zu entwickeln und zu realisieren. Dabei sollen in verschiedenen Bereichen Arbeitsplätze für erwerbsfähige betroffene Menschen geschaffen werden. Die Initiativgruppe fragte dafür im Frühjahr 2004 gezielt blinde und sehbehinderte Personen um ihre Mitarbeit an. Von Juni bis Dezember 2004 haben ca. 20 Betroffene in 5 Arbeitsgruppen in Begleitung der Projektleiterin Teilprojekte und Budgets für folgende Arbeitsbereiche erarbeitet:

  • Medizinische Massage/Physiotherapie
  • EDV/Internet
  • Schreibservice Punktschrift/Dienstleistungen im Bürobereich
  • Beratung und Begleitung bei Berufsfragen und Stellensuche
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Ausbildung von Freiwilligen (Infopool)

Die Arbeitsgruppen wurden bei ihrer intensiven Arbeit durch die Projektleiterin gecoacht, im Erstellen von Protokollen und führen von Sitzungen geschult und durch ehrenamtlich mitwirkende FinanzexpertInnen unterstützt.

Mit der Tagung vom 29. Januar 2005 an welcher alle Arbeitsgruppen ihre Vorschläge präsentierten, wurde ein wichtiger Meilenstein dieser Projektphase erreicht. Mit den Unterlagen der einzelnen Arbeitsgruppen lag nun eine gute Ausgangsbasis für die mögliche Realisierung der einzelnen Teilbereiche vor, wobei das Zentrum für medizinische Massage und Physiotherapie zu diesem Zeitpunkt das zur Umsetzung am weitesten fortgeschrittenste Teilprojekt war.

Vereinsgründung

Im November 2004 gründete die Initiativgruppe aus juristischen Gründen einen Verein mit dem Zweck, die berufliche und soziale Integration blinder und sehbehinderter Menschen zu fördern. Der Verein ist steuerbefreit, gemeinnützig und erstrebt keinen Gewinn. Die Gründungsmitglieder des Vereins waren Anita Häni, Präsidentin, Margrit Staub, Vizepräsidentin, Monika Leemann, Aktuarin, und Eric Fischer. Alle Vorstandsmitglieder arbeiten ehrenamtlich mit. Der Vorstand hat in der Folge, zusammen mit weiteren blinden und sehbehinderten Interessierten, mit Hilfe von Herrn Roos, Texter, einen Vereinsnamen gesucht und mit dem Namen «punktacht» gefunden. Der Vorstand liess in einem weiteren Schritt ein passendes Logo sowie Briefpapier entwerfen. Zum visuellen Erscheinungsbild gehört natürlich auch eine Website. Für die Betreuung, der durch José Klee (sehbehindert) aufgebauten Website konnte der Vorstand im Jahr 2005 Hy Tran, blinder Mitarbeiter bei der Sehbehindertenhilfe Basel, gewonnen werden.

Nach der 3. gemeinsamen Tagung aller Arbeitsgruppen im Januar 2005 hat der Vorstand die Ideen der Arbeitsgruppen überarbeitet und zusammengeführt sowie weitere strategische Entscheide bezüglich inhaltlicher Ausrichtung getroffen. Weiter beauftragte der Vorstand ExpertInnen mit der Erarbeitung eines ersten Businessplanes. Die Chancen der Realisierbarkeit für die einzelnen Teilprojekte wurden erneut und kritisch bewertet. Nicht alle Ideen hielten der harten wirtschaftlichen Realität stand. An dieser Stelle dankt der Vorstand Herrn Aeschlimann, Herrn Buttliger und Herrn Rifai für die ehrenamtlich geleistete Unterstützung in dieser Sache ganz herzlich.

Im März 2005 unterstützte der Vorstand die Gründung einer begleitenden Kerngruppe, welche sich aus ehemaligen Mitgliedern der Arbeitsgruppen zusammensetzt. Diese Gruppe unterstützt die Vereinstätigkeiten ideell und aktiv, indem die Mitglieder ihr Erfahrungswissen als Betroffene oder als Projektbeteiligte einfliessen lassen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt fanden 6 Kerngruppentreffen statt. Es nahmen jeweils 3-9 ehemalige AG-Mitglieder, am Projekt Interessierte sowie ein Vorstandsmitglied für Fragen, Informationen und Diskussionen daran teil. Anlässlich dieser Treffen wurde jeweils ein Infobrief erstellt, welche auf der Website www.punktacht.ch eingesehen werden können.

Projekt-/Realisierungsphase April 2005 – Oktober 2006

Im April 2005 hat der Vorstand beschlossen, als erster Schritt des Gesamtprojekts das Zentrum für medizinische Massage zu realisieren. Die Zusammenarbeit mit Frau L. Isenegger, bisherige Projektleiterin, die das Vorprojekt 2003/2004 durchgeführt hat, wurde abgeschlossen. An dieser Stelle dankt ihr der Vorstand für ihr Engagement herzlich. Der Vorstand übernahm in der Folge die Projektleitung und hat in dieser Funktion für die weitere Projektentwicklung Frau E. Benz als externe Projektberaterin (Fachfrau für die Gründung von Sozialfirmen) mit der weiteren Projektentwicklung und insbesondere mit der Realisierung des Zentrums für med. Massage beauftragt.

Im März 2005 startete der Vorstand eine erste Fundraising-Runde für die Projektierungs- und Umsetzungsphase 2005/2006. Dank finanzieller Zusagen der Genossenschaft Blindenleuchtturm, des Eidg. Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung EBGB und der Familien-Vontobel-Stiftung konnte es der Vorstand verantworten, die Projektarbeiten fortzusetzen.

Im Juni 2005 führten Frau E. Benz und der Vorstand eine Informationstagung für blinde und sehbehinderte MasseurInnen und PhysiotherapeutInnen durch. Es nahmen 22 am Teilprojektvorhaben interessierte Personen aus beiden Berufsgattungen teil. Ab diesem Zeitpunkt war es wichtig, zur Ergänzung des Projektteams eine sehbehinderte oder blinde Fachperson Physiotherapie beizuziehen. Die Suche gestaltete sich als nicht ganz einfach, waren doch viele der in Frage kommenden Fachpersonen bereits sehr ausgelastet. Ab Ende Oktober 2005 konnte sich der Vorstand für bestimmte medizinisch/therapeutisch/sehbehindertenspezifische Fragen an Therese Reichert, sehbehinderte Physiotherapeutin aus Schmerikon wenden. Für die Praxisplanung sagten auch Josef Camenzind und Bernhard Fasser, beides erfahrene Fachleute (dipl. Physiotherapeuten) und beide blind, ihre punktuelle fachliche Beratung zu.

Ende 2005/anfangs 2006 hat der Vorstand eine weitere, für die Realisation des Projektvorhabens «Zentrum für med. Massage» entscheidende Fundraisingrunde im schweiz. Sehbehindertenwesen gestartet. Unsere Gesuche um finanzielle Unterstützung des Vorhabens waren erfolgreich. Dank der finanziellen Unterstützung des Schweizerischen Blindenbundes, des Schweiz. Blinden- und Sehbehindertenverbandes, des Zürcher Kantonalen Blindenfürsorgevereins sowie der Sektion Zürich des SBV wird das Zentrum für med. Massage in Winterthur nun Realität.

Standort / Objektsuche

Im April 2006 entschied sich der Vorstand nach erfolgten Marktabklärungen betreffende Liegenschaften in Zürich und Winterthur für den Standort Winterthur. Bezüglich Objektsuche fanden Besichtigungen und Gespräche mit Liegenschaftsverwaltungen, Architekten und Fachpersonen für die Bauplanung statt. Das Projektteam wurde dabei ehrenamtlich von Herrn Schoch, Unternehmer in Winterthur, unterstützt.

Mit dem Entscheid für die Liegenschaft Eichgut, unmittelbar beim Bahnhof Winterthur konnte ein weiterer Meilenstein erreicht werden. Beim Ausbau der Räumlichkeiten wird darauf geachtet, dass die Ausstattung und Ersteinrichtung der Praxis blinden- und sehbehindertengerecht ist. Dazu gehören auch optimale Licht und Kontrastverhältnisse. Die sehbehinderten Masseure und Masseurinnen sollen sich dadurch an ihrem neuen Arbeitsort rasch zurecht finden und sich sicher und unabhängig bewegen können. Die sehenden Kunden hingegen fühlen sich wohl in den modernen und trotzdem Geborgenheit vermittelnden Räumen. Bei der Erarbeitung des entsprechenden Raumkonzeptes durfte wieder auf die wertvolle Mithilfe von Bernhard Fasser und Josef Camenzind sowie auf die Beratung von Fritz Buser, Lichtdesigner und Spezialist im Bereich Low-Vision zurückgegriffen werden. Die Praxis besteht aus fünf Behandlungszimmern und verschiedenen Nebenräumen.

Am 27. Juni 2006 fand die erste ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins punktacht statt. Anlässlich dieser Versammlung teilte das Vorstandsmitglied Erich Fischer seinen Rücktritt mit. Als neues Vorstandsmitglied konnte Elke Schürch gefunden werden. Die Vereinsstatuten sowie der Jahresbericht 05 sind im Internet unter www.punktacht einzusehen.

Im Juli/August 2006 wurden die Stellen für medizinische MasseurInnen über die Presse sowie die Beratungsstellen im schweizerischen Sehbehindertenwesen ausgeschrieben. An einer Stelle im Zentrum für medizinische Massage interessierte Personen konnten sich für eine Info-Veranstaltung zum aktuellen Projektstand sowie zu den weiteren Schritten bezüglich Bewerbungsverfahren anmelden. An dieser Informationsveranstaltung vom 16. September 2006 nahmen 15 interessierte Berufsleute teil. Per 30. September 2006 lagen 11 Bewerbungen vor.

Sehende Hände GmbH

Im November 2006 wird für die Inbetriebnahme des Massagezentrums von Privatpersonen die Firma «sehende Hände GmbH» gegründet, welche die Praxis betreiben und für die Geschäftsführung eine branchenkundige sehende Fachperson beauftragen wird. Die Massagen und Behandlungen werden ausschliesslich durch blindes und sehbehindertes Personal angeboten; voraussichtlich anfangs 2007 werden die ersten 4-5 medizinischen MasseurInnen ihre Tätigkeit in der Praxis an der Eichgutstrasse 6 aufnehmen. Nach der Startphase von einigen Monaten bis zu maximal einem Jahr soll auch die Teamleitung sukzessive von einer blinden oder sehbehinderten Fachperson übernommen und der Aufgabenbereich der sehenden Betriebsleitung reduziert werden.

Zusammenarbeit zwischen Verein punktacht und «sehende Hände GmbH»

In der CS/wincasa wurde durch den Verein punktacht ein kulanter Partner für die Miete geeigneter Räumlichkeiten gefunden. Ab 1. Januar 2007 erwirbt die neu gegründete Sehende Hände GmbH die bezugsbereiten Praxisräumlichkeiten an der Eichgutstrasse 6 in Winterthur in Untermiete und ist Arbeitgeberin für die blinden und sehbehinderten Masseure und Masseurinnen. Die Löhne der Mitarbeitenden werden vollumfänglich durch den Betrieb erwirtschaftet und sind branchenüblich. Die Firma muss kostendeckend arbeiten.

Das zukünftige Engagement des Vereins beschränkt sich auf die Finanzierung des behindertenbedingten Strukturbeitrages (Erhalt der Infrastruktur, Unterstützung und Coaching bei der Betriebsführung) für die kommenden 2-3 Jahre, auf die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Bekanntmachung und Verankerung der neuen Arbeitsangebote im gesamten Sehbehindertenwesen. Der Verein ist für seine Aktivitäten auf Beiträge des Schweizerischen Sehbehindertenwesens und weitere Spenden angewiesen.

Über die Realisation weiterer Teilprojekte wird im Sommer 2007 entschieden.

Winterthur, im November 2006
Der Vorstand des Vereins punktacht

Projekt

sehende Hände GmbH
Praxis für medizinische Massage

Detailierte Infos zum Projekt
Bildbeschreibung: Eingang zur Praxis
Bildbeschreibung: Der Empfang in der Praxis
Bildbeschreibung: Bei der Massage

 
 
 

Adresse des Vereins punktacht

Verein Punktacht Winzerstr. 58 8408 Winterthur Tel: 078 712 59 65